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Sexualität im Film und in der Paartherapie

Arno Aschauer
Ulrich Clement

Paardynamik und sexuelle Verwicklungen sind im Film wie in Therapien nicht nur hochbrisante Sujets zwischen den beteiligten Akteuren. Sie lösen auch im Zuseher bzw. Zuhörer starke Resonanzen aus. Anderen beim Sex im Film zuzusehen, bringt den Zuseher in eine zwiespältige Situation. Einerseits sich dem Reiz des luzid Ent-Tabuisierten zu öffnen, andererseits diesem Reiz in einer Community of Emotions zu erliegen. Weinen und Lachen im Kino ist eine Sache, sich mit seiner eigenen Sexualität inmitten wildfremder Menschen zu konfrontieren eine andere.
Der Zuseher wird nolens volens zum Voyeur. Die Initiation war dem Film ‚Ekstase’ einer tschechisch-österreichischen Co-Produktion aus dem Jahr 1933 vorbehalten. Der Skandal lag weniger im hüllenlosen Auftritt der Wiener Schauspielerin Hedy Kiesler, sondern in der von ihr meisterhaft dargestellten Erregung während eines offensichtlichen Cunnilingus. Die Kamera verharrt dabei permanent auf ihrem Gesicht, und der Zuseher geht plötzlich in Resonanz zu den privat erfahrenen sexuellen Empfindungen einer Frau, die sie als Schauspielerin zur Bewältigung der Szene einsetzt. Je stärker die sexuell aufgeladenen Szenen im dramaturgischen Kontext der Geschichte ablaufen, desto stärker ihr Impact. Dort setzt auch ein therapeutischer Effekt in der Wechselwirkung zwischen Leinwand und Zuseher ein.

Zwischen dem widersprüchlich lustvoll-verklemmten Voyeurismus des Filmzusehers und der kontrolliert zuhörenden Empathie des Sexualtherapeuten gibt es neben beruhigenden Unterschieden auch beunruhigende Gemeinsamkeiten.

Lernziel des Seminars ist es, anhand von Filmen den Blick auf das Sexuelle zu analysieren und professionell zu nutzen. Anhand der intuitiv-methodischen Analyse ausgewählter Filmbeispiele, lernen die Teilnehmer entlang der Szene mit ihrer eigenen Sexualität bewusst in Resonanz zu gehen und danach das Ergebnis der Selbstreflexion in therapeutischen Prozessen einzusetzen.

Termin:

Veranstaltungsort:
Gaisbergstraße 3
69115 Heidelberg

Zeit:
Beginn: 1. Tag: 10.00-22.00 Uhr
Ende: 2. Tag: 09.00-14.00 Uhr

Teilnahmegebühr:
EUR 260,-

Internationale Gesellschaft fuer systemische Therapie Gaisbergstraße 3
69115 Heidelberg
Tel.: +49 6221 40 64 0
Fax: +49 6221 40 64 22
Email: info@igst.org

Kongress ... systemisch weiter denken ....   Zeitschrift Familiendynamik

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